Gegen Ausbeutung, für faire Arbeit: Die Finalist:innen des Fair Fashion Award 2026 stehen fest
Medienmitteilung, Basel, 21. September 2026

Ein Umsatzbonus für Näher:innen, Abnahmegarantien für Baumwollbäuer:innen und Massnahmen zur Stärkung von Frauen: Die Fachjury des Fair Fashion Award 2026 hat aus 23 Nominierten sechs Finalist:innen ausgewählt, die neue Massstäbe für faire Arbeit in der Textilindustrie setzen. Die Gewinner:innen werden am 21. Oktober in Zürich gekürt – Medienschaffende sind herzlich zur Preisverleihung eingeladen.
Ultra-Fast-Fashion-Anbieter zahlen seit Anfang September in Frankreich eine Umweltabgabe pro Kleidungsstück. Gleichzeitig häufen sich Berichte über prekäre Arbeitsbedingungen in europäischen Produktionsstätten. Beides zeigt, dass es in der Textilindustrie grundlegende Veränderungen braucht – insbesondere bei den Arbeitsbedingungen. Auch Schweizer Unternehmen stehen in der Verantwortung.
«Faire Mode beginnt bei den Menschen entlang der gesamten Lieferkette. Wer über Nachhaltigkeit in der Textilbranche spricht, muss deshalb auch über faire Arbeitsbedingungen sprechen – über existenzsichernde Löhne, sichere Arbeitsplätze und Mitsprache für die Beschäftigten. Umso wichtiger ist ein Preis wie der Fair Fashion Award, der genau dieses Engagement sichtbar macht und würdigt», sagt Simon Aebi, Commercial Director und stellvertretender Geschäftsleiter von Fairtrade Max Havelaar Schweiz sowie Mitglied der Fachjury.
Die sechs Finalist:innen des Fair Fashion Award 2026 zeigen im diesjährigen Schwerpunkt «Faire Arbeit» mit unterschiedlichen Ansätzen, wie das gelingen kann. Damit haben sie die unabhängige Fachjury überzeugt und setzen Impulse für die gesamte Textilbranche. In den Kategorien «Etabliert» und «Aufstrebend» sind je drei Finalist:innen im Rennen.
Die Finalist:innen der Kategorie «Etabliert»
In alphabetischer Reihenfolge
Allianz naturaline / bioRe / Remei (Basel / Rotkreuz ZG) – Sicherheit im Baumwollanbau
Die gemeinsame Kandidatur vereint Coop, die bioRe Stiftung und die Remei AG. Ihr Engagement beginnt bei den Baumwollbäuer:innen: Remei bietet ihnen eine Abnahmegarantie und bezahlt zusätzlich zum Abnahmepreis eine Bio-Prämie. Die Allianz verbindet damit die verschiedenen Stufen von der Produktion bis zum Verkauf: Baumwollanbau, Textilproduktion und Verkauf bei Coop.
Mammut (Seon AG) – Umfassende Nachhaltigkeitssystematik
Mammut prägt die Diskussion über faire Arbeitsbedingungen in der Outdoorbranche seit vielen Jahren aktiv mit. Hervorzuheben ist, dass das Unternehmen Instrumente, Methoden und Erfahrungen mit anderen teilt. Im Bereich existenzsichernder Löhne engagiert sich Mammut seit Jahren, beteiligt sich an Pilotprojekten und führt diese Arbeit nun mit dem Gemeinsamen Engagement "United for Fair Wages" mit einer eigenen Roadmap weiter, die Lohndaten und Living-Wage-Richtwerte mit verantwortungsvollen Einkaufspraktiken und sozialem Dialog verbindet.
VAUDE (Tettnang, DE) – Gleichstellung und bessere Arbeitsbedingungen für Frauen
Frauen machen in vielen Produktionsstätten von VAUDE den grössten Anteil der Beschäftigten aus. Der Outdoor-Ausrüster berücksichtigt deshalb geschlechterspezifische Risiken wie Diskriminierung, Belästigung und Benachteiligung bei seiner menschenrechtlichen Sorgfaltsprüfung und den Fair-Wear-Verifizierungen. 2026 setzt VAUDE zudem mit einem Produktionspartner und der Initiative Drip by Drip ein Projekt zur Menstruationsgesundheit um. Schulungen und Sensibilisierungsmassnahmen sollen Tabus abbauen und die Arbeitsbedingungen verbessern.
Die Finalist:innen der Kategorie «Aufstrebend»
In alphabetischer Reihenfolge
Moya Kala (Sarnen OW) – Umsatzbeteiligung für Näher:innen
Ein Prozent seines Umsatzes zahlt Moya Kala als Bonus direkt an die Näher:innen. Das Label lässt seine Body Basics mit besonderem Fokus auf Frauen- und Menschenrechte in einem Familienbetrieb im bulgarischen Varna fertigen. Regelmässige Besuche vor Ort und die persönliche Zusammenarbeit mit dem Produktionsbetrieb ergänzen die finanzielle Beteiligung der Näher:innen am Umsatz.
SOLK (Zug ZG) – Kontrolle über die eigene Produktion
SOLK fertigt die ersten biozirkulären Schuhe in einer eigenen Fabrik in Vietnam. Damit können die Schuhe vollständig der Natur zurückgeführt werden. Durch die eigene Produktion kann SOLK die Arbeitsbedingungen und Löhne unmittelbar beeinflussen. Externe Audits ergänzen die Kontrolle vor Ort und überprüfen die Bedingungen in der Produktion.
This is Sheep (Jenins GR) – Stärkung von Schweizer Textilbetrieben
This is Sheep lässt seine Merinokleidung vollständig in der Schweiz produzieren und konfektionieren. Das Label setzt bewusst auf bestehende Schweizer Manufakturen und wiederkehrende Produkte. Damit will das Unternehmen den Partnerbetrieben Aufträge sichern und ihren Entwicklungsaufwand für neue Produkte reduzieren.
Preisverleihung & Einladung an Medienschaffende
Am Mittwoch, 21. Oktober 2026, werden die Gewinner:innen des Fair Fashion Award 2026 in Zürich ausgezeichnet.
Wir laden Sie herzlich ein, dabei die Menschen hinter dem Award und den sechs Finalist:innen kennenzulernen und mit ihnen darüber zu sprechen, was ihre Massnahmen bewirken, welche Hürden bleiben und was andere Unternehmen daraus lernen können.
Programm: Verleihung des Fair Fashion Awards von 17:00-18:30
Im Rahmen des Zukunftsforum – Nachhaltige Textilien (ab 13:00)
Adresse: Resident, Kreuzstrasse 24, Zürich
Anmeldung: Bitte melden Sie sich bis 14. Oktober 2026 unter fairfashionaward@gojune.ch an. Teilen Sie uns gerne Ihre Interviewwünsche mit. Wir organisieren Gespräche mit Vertreter:innen der Finalist:innen und mit Mitgliedern der Fachjury
Über den Fair Fashion Award
Der Fair Fashion Award zeichnet seit 2024 herausragende Nachhaltigkeitslösungen in der Textilbranche aus. Ausgezeichnet werden in der Schweiz tätige Unternehmen, Organisationen und Projekte, die mit sozialer und ökologischer Verantwortung neue Standards entlang ihrer textilen Wertschöpfungskette setzen. Der Award wird in den Kategorien «Aufstrebend» und «Etabliert» vergeben und orientiert sich inhaltlich am nationalen Programm für nachhaltige Textilien «Sustainable Textiles Switzerland», welches vom Bund unterstützt wird. Die Gewinner:innen erhalten ein Preisgeld von jeweils CHF 20'000. Die vier weiteren Finalist:innen erhalten zudem professionelle Beratungsleistungen im Wert von je CHF 3'000, um ihre Wirkung weiter zu stärken. Der Fair Fashion Award wird von der Stiftung Textile Vision ermöglicht und von Swiss Fair Trade getragen. Der Award schafft Sichtbarkeit für verantwortungsbewusste Akteur:innen, inspiriert zu nachhaltigem Handeln und bietet Konsumierenden eine glaubwürdige Orientierung für bewusste Entscheidungen im Bereich Textilien.
www.fairfashionaward.ch
Über Swiss Fair Trade
Swiss Fair Trade ist der Branchenverband der Fair Trade Organisationen in der Schweiz. Der Verband setzt sich dafür ein, gerechte Handelsstrukturen zu stärken, nachhaltigen Konsum zu fördern und den Dialog zwischen Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft anzuregen. Zu den Mitgliedern von Swiss Fair Trade zählen Handelsorganisationen, Labels sowie NGOs, die sich für die Stärkung des Fairen Handels einsetzen.
www.swissfairtrade.ch
Medienkontakt
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