Faire Arbeit in der Textilindustrie: Allianz Coop Naturaline und Moya Kala gewinnen Fair Fashion Award

In Kürze:
Der Fair Fashion Award geht in der Kategorie «Etabliert» an die Allianz Naturaline mit Coop, der bioRe Stiftung und Remei. In der Kategorie «Aufstrebend» an Moya Kala.
«Faire Arbeit» ist der diesjährige Schwerpunkt: Die Allianz Naturaline setzt sich für bessere Arbeitsbedingungen für alle Menschen in der Wertschöpfungskette ein. Moya Kala schützt ihre Näherinnen gegen Menschenhandel.
Preisverleihung in Zürich: Der Fair Fashion Award wurde zum dritten Mal vergeben und ist die einzige Schweizer Auszeichnung für soziale und ökologische Verantwortung in der Schweizer Textilbranche. Trägerin ist Swiss Fair Trade.
Medienmitteilung, Zürich, 22. Oktober 2026
Bessere Arbeitsbedingungen für alle Menschen entlang der Wertschöpfungskette und Schutz gegen Menschenhandel für Näherinnen: Mit diesen Konzepten überzeugten die Allianz Naturaline mit Coop (Basel), der bioRe Stiftung und Remei (beide Rotkreuz ZG) sowie das Modelabel Moya Kala aus Sarnen (OW) die unabhängige Fachjury und gewinnen den Fair Fashion Award 2026. Sie setzen sich damit gegen rund 40 Unternehmen durch und wurden am Mittwochabend in Zürich für ihr Engagement gegen Ausbeutung und für faire Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie ausgezeichnet. Sie erhalten je CHF 20'000 Preisgeld.
Der Fair Fashion Award mit dem diesjährigen Schwerpunkt «Faire Arbeit» wurde am Mittwochabend, 21. Oktober, im Rahmen des Zukunftsforums – Nachhaltige Textilien in Zürich zum dritten Mal verliehen. Die Jurymitglieder Iris Delruby Ruprecht (Fashion Revolution Switzerland) und Yannik Zamboni (maison blanche) hielten die Laudationes und überreichten das Preisgeld von je CHF 20’000. Neben den beiden Gewinner:innen standen auch Mammut, VAUDE, SOLK und This is Sheep im Finale. Sie erhalten professionelle Beratungsleistungen im Wert von je CHF 3'000.
Kategorie «Etabliert»: Allianz Naturaline – über 30 Jahre Zusammenarbeit für faire Baumwolle
Die Geschichte der Allianz Naturaline reicht über 30 Jahre zurück: Der Schweizer Textilpionier Patrick Hohmann gründete 1983 die Remei AG und setzte sich früh für biologischen Baumwollanbau und bessere Lebensbedingungen von Baumwollbäuer:innen ein. 1995 stellte Coop sein Naturaline-Sortiment dank der Zusammenarbeit mit Remei auf Bio-Baumwolle um. Zwei Jahre später gründeten die Partner die bioRe Stiftung. Heute verbindet die Allianz den Baumwollanbau in Indien und Tansania mit der Textilproduktion und dem Verkauf in der Schweiz. Dabei setzt sie auf eine transparente, bis zum Ursprung rückverfolgbare Lieferkette sowie die Verbindung sozialer und ökologischer Standards. Remei garantiert den beteiligten Baumwollbäuer:innen die Abnahme ihrer Bio-Baumwolle und bezahlt ihnen zusätzlich eine Prämie über dem Marktpreis. Das schafft Planungssicherheit, reduziert das wirtschaftliche Risiko für die Bäuer:innen und stärkt ihre Stellung innerhalb der textilen Wertschöpfungskette.
«Die Allianz macht Menschen entlang der gesamten Wertschöpfungskette sichtbar. Nicht als Opfer. Nicht als Empfänger von Hilfe. Sondern als Partner in einem wirtschaftlichen Prozess», sagt Iris Delruby Ruprecht, Präsidentin von Fashion Revolution Schweiz und Mitglied der Fachjury.
Kategorie «Aufstrebend»: Moya Kala – entstanden aus dem Engagement für Frauenrechte
Hinter dem Modelabel Moya Kala mit Sitz in Sarnen (OW) stehen Claudine Tanner und Sabina Gasser. Tanner engagierte sich bereits vor der Gründung gegen Menschen- und Frauenhandel und reiste regelmässig nach Bulgarien. 2017 gründete sie Moya Kala mit dem Ziel, Frauen durch faire Arbeit eine wirtschaftliche Perspektive zu bieten. 2021 entwickelte sie das Label gemeinsam mit Gasser, die Erfahrung aus der Modebranche mitbringt, weiter. Heute lässt Moya Kala seine Body Basics in einem Familienbetrieb im bulgarischen Varna fertigen. Ein Prozent seines Umsatzes setzt das Unternehmen zusätzlich zur regulären Bezahlung für die Näherinnen ein. Regelmässige Besuche vor Ort und die enge Zusammenarbeit mit dem Produktionsbetrieb ergänzen diesen Ansatz.
«Was mich an Moya Kala besonders beeindruckt, ist der Feminismus, der hinter dem Unternehmen steht. Nicht als Marketingstrategie, sondern als unternehmerische Grundhaltung. Denn wirtschaftliche Unabhängigkeit ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass Frauen selbstbestimmt leben können», sagt Yannik Zamboni, Modedesigner und Mitglied der Fachjury.
2024 zeichnete der Fair Fashion Award FTC Cashmere und Jungle Folk für ihr Engagement im Bereich Transparenz aus. 2025 gingen die Preise mit dem Schwerpunkt Kreislaufwirtschaft an Säntis Textiles und Muntagnard.
Über den Fair Fashion Award
Der Fair Fashion Award zeichnet seit 2024 herausragende Nachhaltigkeitslösungen in der Textilbranche aus. Ausgezeichnet werden in der Schweiz tätige Unternehmen, Organisationen und Projekte, die mit sozialer und ökologischer Verantwortung neue Standards entlang ihrer textilen Wertschöpfungskette setzen. Der Award wird in den Kategorien «Aufstrebend» und «Etabliert» vergeben und orientiert sich inhaltlich am nationalen Programm für nachhaltige Textilien «Sustainable Textiles Switzerland», welches vom Bund unterstützt wird. Die Gewinner:innen erhalten ein Preisgeld von jeweils CHF 20'000. Die vier weiteren Finalist:innen erhalten professionelle Beratungsleistungen im Wert von je CHF 3'000, um ihre Wirkung weiter zu stärken. Der Fair Fashion Award wird von der Stiftung Textile Vision ermöglicht und von Swiss Fair Trade getragen. Der Award schafft Sichtbarkeit für verantwortungsbewusste Akteur:innen, inspiriert zu nachhaltigem Handeln und bietet Konsumierenden eine glaubwürdige Orientierung für bewusste Entscheidungen im Bereich Textilien.
www.fairfashionaward.ch
Über Swiss Fair Trade
Swiss Fair Trade ist der Branchenverband der Fair Trade Organisationen in der Schweiz. Der Verband setzt sich dafür ein, gerechte Handelsstrukturen zu stärken, nachhaltigen Konsum zu fördern und den Dialog zwischen Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft anzuregen. Zu den Mitgliedern von Swiss Fair Trade zählen Handelsorganisationen, Labels sowie NGOs, die sich für die Stärkung des Fairen Handels einsetzen.
www.swissfairtrade.ch
Medienkontakt
Medienmitteilung Fair Fashion Award Gewinner 2026
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v.l.n.r. Iris Delruby Ruprecht (Jury-Mitglied / Fashion Revolution Schweiz), Marion Röttges & Katrin Oswald & Andrea Annaheim von Allianz Naturaline, Yannik Zamboni (Jury-Mitglied / maison blanche), Claudine Tanner & Sabina Gasser von Moya Kala
Der Fair Fashion Award geht an Moya Kala und Allianz NaturalineBilder: Annika Zehnder



